“Eine sitzende Samurai-Statue, die Kumamotos Krieger-Gründer, Meisterstratege und spiritueller Schutzpatron darstellt.”
Kato Kiyomasa: Der Mann, der Kumamoto prägte
Kato Kiyomasa (1562–1611) war einer der einflussreichsten Samurai-Kriegsherren der späten Sengoku- und frühen Edo-Zeit. Als vertrauter General von Toyotomi Hideyoshi war er nicht nur für seine Wildheit auf dem Schlachtfeld bekannt, sondern auch für sein Verwaltungstalent und seine Ingenieurskunst. Mehr als jede andere Figur legte Kiyomasa die militärischen, wirtschaftlichen und infrastrukturellen Grundlagen des modernen Kumamoto.
Historisch wurde er als Meister des Speerkampfs gefeiert und verdiente sich den legendären Spitznamen „Einbeiniger Speer“ (Yari) – ein zweischneidiger Speer, bei dem eine Seite der Querklinge abgebrochen war, was sowohl seine Kampfkraft als auch seinen unerbittlichen Kampfstil symbolisierte. Abgesehen von der Kriegsführung veränderte Kiyomasa die Region durch groß angelegte Hochwasserschutz- und Bewässerungsprojekte und machte Kumamoto zu einem fruchtbaren landwirtschaftlichen Zentrum, das die Region bis heute ernährt.
Burg Kumamoto und Ingenieursgenie
Kiyomasas größtes Vermächtnis ist die Burg Kumamoto, die weithin als eine der stärksten und ausgeklügeltsten Burgen Japans gilt. Er kombinierte natürliche Topographie mit fortschrittlicher Militärtechnik, leitete den Tsuboi-Fluss um, um ihn als Teil des Burggrabensystems zu nutzen, und errichtete die ikonischen Musha-gaeshi-Steinmauern. Diese Mauern beginnen mit einer sanften Neigung, bevor sie sich steil nach oben in eine fast senkrechte Fläche krümmen, wodurch sie praktisch unkletterbar sind. Durch diese Innovationen erlangte Kiyomasa dauerhafte Anerkennung sowohl als Kriegsherrn als auch als Meister der Burgarchitektur.
Die Statue: Macht, Strategie und Wachsamkeit
Die sitzende Bronzestatue wurde 1979 gegossen und akribisch nach Porträts von Kato Kiyomasa modelliert, die zu seinen Lebzeiten gemalt wurden, um die historische Genauigkeit ihrer Details zu gewährleisten. Ihr markantestes Merkmal ist der Naga-eboshi, ein hoher, silberlackierter Helm, der einzigartig mit Kiyomasa in Verbindung gebracht wird. Er trug diesen ungewöhnlich hohen Helm, um seine physische Präsenz zu verstärken und Gegner durch psychologische Kriegsführung einzuschüchtern.
In seiner Hand hält die Statue einen Saihai, einen Kommandostab, mit dem Befehle erteilt und Truppenbewegungen signalisiert werden. Dieses Detail unterstreicht Kiyomasas Rolle als befehlshabender General und Stratege und nicht nur als Frontkämpfer. Obwohl die Statue keine Waffe darstellt, vervollständigt der historische Bezug zu seinem berühmten Einbeinigen Speer sein Bild als beeindruckender Krieger.
Ein genauer Blick auf die Rüstung enthüllt das Janome-mon (Schlangenaugenwappen), das Clanemblem der Kato-Familie. Dieses kreisförmige Motiv symbolisiert scharfe Wahrnehmung, Präzision und das Schicksal des Kriegers und dient als wesentliches Erkennungsmerkmal der Abstammung in japanischer Skulptur und Rüstung.
Kiyomasa sitzt auf einem Karasuki, einem tragbaren Feldhocker, während er eine vollständige Kacchu-Kampfrüstung trägt. Dies ist keine Haltung der Ruhe, sondern der ständigen Bereitschaft – er scheint bereit zu sein, jederzeit aufzustehen und zu befehlen. Sein nach vorne gerichteter Blick ist auf die Burg Kumamoto gerichtet und unterstreicht seine ewige Rolle als wachsamer Beschützer der Stadt.
Lage und der Geist von „Seishoko-san“
Die Platzierung der Statue am Fuße des Miyukizaka-Hang ist zutiefst symbolisch. Vor ihm liegt die Burg Kumamoto, die er entworfen und gebaut hat; hinter ihm fließt der Tsuboi-Fluss und erheben sich die Musha-gaeshi-Steinmauern – beides Produkte seiner ingenieurtechnischen Vision. Der Ort verbindet den Mann physisch mit seinen größten Errungenschaften.
Für die Menschen in Kumamoto ist Kato Kiyomasa mehr als eine historische Figur. Er wird liebevoll als „Seishoko-san“ verehrt, ein gottähnlicher Beschützer der Stadt. Dieser Glaube wurde nach dem verheerenden Erdbeben von Kumamoto 2016, als große Teile der Burgmauern einstürzten, jedoch die Statue von Kiyomasa stehen blieb, auf kraftvolle Weise verstärkt. Für viele Einheimische verwandelte dieses Überleben die Statue in ein Symbol des Schutzes, der Widerstandsfähigkeit, der Hoffnung und der Erholung der Stadt.
Wie man dorthin kommt
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Nehmen Sie die Kumamoto City Tram und steigen Sie an der Haltestelle Hanabatacho oder Kumamoto Castle / City Hall aus
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Gehen Sie ca. 5–10 Minuten in Richtung Miyukizaka Hang
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Ca. 10 Gehminuten vom Gelände der Burg Kumamoto entfernt
Reisen
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Der Power-Winkel: Fotografieren Sie aus einem niedrigen Winkel mit den Burgsteinmauern im Hintergrund, um die Höhe des Naga-eboshi vor dem Himmel zu betonen
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Beste Zeit: Spätnachmittag bis Sonnenuntergang, wenn goldenes Licht die Bronze-Textur verstärkt und Tiefe verleiht
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Achten Sie genau auf das Janome-mon-Wappen auf der Rüstung, um tiefere historische Einblicke zu erhalten
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Ideal für Besucher, die sich für Samurai-Geschichte, Burgtechnik und dokumentarische Fotografie interessieren
Eintritt:
- Freier Eintritt
Öffnungszeiten:
- 24 Stunden geöffnet (öffentlicher Außenbereich)