“Der blubbernde graue Schlamm bildet glatte, mönchsartige Kugeln, die sanft „Plopp“ machen und rohe geothermische Kraft mit einem seltsam friedlichen Ambiente verbinden.”
Oniishi Bozu Jigoku unterscheidet sich innerhalb von Beppus berühmtem Jigoku Meguri durch seine auffälligen sensorischen Kontraste. Anstelle von leuchtenden Farben präsentiert diese „Hölle“ ruhige, monochrome Becken mit dickem grauem Schlamm, der bei fast 99 °C (210 °F) kocht. Da der Schlamm hochviskos ist, wird Dampf unter der Oberfläche eingeschlossen und drückt den Ton in perfekt abgerundete Kuppeln nach oben. Wenn sie platzen, ähneln sie den rasierten Köpfen buddhistischer Mönche, was dem Namen „Bozu“ entspricht. Das Geräusch, das sie erzeugen, ist ein weiches, rhythmisches „Plopp“, das in Kombination mit der sanften Bewegung des Schlamms eine unerwartet meditative Atmosphäre schafft. Dieser friedliche visuelle Effekt steht in scharfem Kontrast zu der intensiven Hitze unter der Oberfläche und den gewalttätigen Bildern, die oft mit dem Wort „Hölle“ assoziiert werden.
Der Name wird noch poetischer, wenn man seine Ursprünge betrachtet: Oniishi, was „Dämonenstein“ bedeutet, ist der Name des Bezirks, in dem sich die Hölle befindet. Dies lässt den vollständigen Namen fast mythisch erscheinen – „Der Mönchskopf des Dämonensteinbezirks“ – und verbindet spirituelle Symbolik mit lokaler Geologie.
Historisch gesehen ist Oniishi Bozu Jigoku eine der ältesten dokumentierten geothermischen Stätten in Beppu. Sie erscheint im Bungo Fudoki, einer regionalen Chronik, die im Jahr 733 n. Chr. während der Nara-Zeit zusammengestellt wurde. Für antike Gemeinschaften machten die heftigen Ausbrüche von kochendem Schlamm das Gebiet zu gefährlich für die Landwirtschaft, was die Wahrnehmung verstärkte, dass diese geothermischen Zonen die Wohnstätten von Geistern oder Dämonen waren – daher der Begriff „Jigoku“ (Hölle). Eine lokale Legende fügt weitere Farbe hinzu und behauptet, dass ein Dämon einst einen massiven Stein schleuderte, um diese Quelle zu erschaffen.
Nachdem die Stätte fast 40 Jahre lang geschlossen war, wurde sie umfassend renoviert und im Jahr 2002 wiedereröffnet, wobei moderne Gehwege mit traditioneller Landschaftsgestaltung kombiniert wurden. Besucher schlendern heute durch wunderschön gepflegte Gärten, die von Zedernholzpfaden und sanftem Grün akzentuiert werden. Ein weiteres besonderes Merkmal ist Oni no Takaibiki oder „Das Schnarchen des Dämons“, eine Dampföffnung, die einen tiefen, grollenden Puls ausstößt, von dem angenommen wird, dass er dem Atem eines schlafenden Dämons unter der Erde ähnelt.
Ein besonders einzigartiger Vorteil dieser Stätte ist ihre Verbindung zu Oniishi no Yu, einem öffentlichen Badehaus, das von derselben geothermischen Quelle gespeist wird. Besucher können das kostenlose Fußbad in der Nähe des Eingangs genießen oder gegen eine separate Gebühr in mineralreichem Wasser im Inneren des Badehauses baden, das über Zedernholzbäder im Innenbereich und Rotenburo im Freien auf der oberen Ebene mit Blick auf die Gärten verfügt.
Viele Reisende besuchen Oniishi Bozu Jigoku zusammen mit seinem Nachbarn, Umi Jigoku. Der Kontrast ist optisch auffällig: Umi Jigokus tiefes kobaltblaues Becken gegenüber Oniishis ruhigem, monochromem grauem Schlamm, was einen der dramatischsten direkten geothermischen Vergleiche in Beppu bietet.
Alle 7 Höllenteiche (Jigoku Meguri Set):
- Umi Jigoku — kobaltblaue heiße Quelle
- Chinoike Jigoku — roter Mineralientümpel
- Shiraike Jigoku — milchig-weißer Teich
- Kamado Jigoku — mehrstufige heiße Quellen
- Oniishibozu Jigoku — blubbernde Schlammtümpel
- Oniyama Jigoku — Krokodilzucht-heiße Quelle
- Tatsumaki Jigoku — natürlich ausbrechender Geysir
Wie man dorthin kommt
- Nehmen Sie vom Bahnhof Beppu einen Bus in Richtung Kannawa Onsen und steigen Sie an der Haltestelle Oniishi Bozu Jigoku aus, die nur einen kurzen Spaziergang vom Eingang entfernt ist. Reisende, die mit dem Auto anreisen, finden in ganz Beppu klare Schilder, die sie zu den Standorten von Jigoku Meguri leiten, und es stehen Parkplätze vor Ort zur Verfügung.
Reisen
- Besuche am Morgen bieten eine ruhigere Atmosphäre und eine ausgezeichnete Sicht auf die Schlammkuppeln.
- Kombinieren Sie Ihren Besuch mit dem nahegelegenen Umi Jigoku, um die dramatischen Unterschiede in Farbe und Textur zwischen den beiden Höllen zu erkennen.
- Tragen Sie bequeme Schuhe, da das Gelände aus Pfaden im Freien besteht, und
- Planen Sie Zeit ein, um anschließend das Badehaus Oniishi no Yu zu genießen und einen entspannenden Kontrast zu der intensiven geothermischen Landschaft zu erleben.
Eintrittspreis:
- Einzeleintritt: 500 JPY (Erwachsene) / 250 JPY (Kinder).
- Jigoku Meguri Pass: 2.400 JPY (Erwachsene) / 1.200 JPY (Kinder).
Hinweis: Der Jigoku Meguri Pass ermöglicht einen einmaligen Eintritt zu allen 7 offiziellen „Höllen“ und ist zwei aufeinanderfolgende Tage gültig.
Öffnungszeiten:
- Täglich geöffnet von 8:00 bis 17:00 Uhr.